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Virtual Production

Virtual Production in Südwestfalen — warum unser Studio nicht in Berlin steht

Urknall Team 6 min
Regie-Monitor im Urknall Studio: links der Greenscreen-Preview, rechts das fertige Bild vor virtueller Küchen-Umgebung — live in einer Einstellung.
Regie-Monitor im Urknall Studio: links der Greenscreen-Preview, rechts das fertige Bild vor virtueller Küchen-Umgebung — live in einer Einstellung.

Hollywood sitzt in L.A. Berlin hat das Silicon-Drumherum. Und Südwestfalen? Sitzt mit Weltmarktführern in Werkhallen und kommuniziert wie vor fünfzehn Jahren. Das passt nicht zusammen — also haben wir was geändert.

Zwischen Siegen, Olpe, Sauerland und Bergischem Land sitzen Hidden Champions, Maschinenbauer in vierter Generation, Automobilzulieferer mit zweistelligen Weltmarktanteilen. Die Produkte laufen global. Die Filme dazu? Drehen meistens Teams aus Köln, Düsseldorf oder Berlin — weil dort die Studios stehen.

Das rechnet sich bei einem Imagefilm pro Jahr. Bei dem regelmäßigen Content-Bedarf, den moderne B2B-Kommunikation eigentlich hat — Product Launches, Erklärfilme, Quartals-Statements, interne Comms, Recruiting-Content — rechnet es sich nicht. Anfahrt, Hotel, Geschäftsführer einen Tag aus dem Laden reißen, um 90 Sekunden Bild zu drehen.

Wir haben uns gefragt, warum das eigentlich so sein muss. Antwort: Muss es nicht. Also haben wir unser Virtual Production Studio da gebaut, wo die Kunden sitzen — in Siegen.

Kleiner Reality-Check, bevor das hier zu theoretisch wird: Ein Automotive-Zulieferer aus der Region produziert bei uns aktuell die komplette Lerninhalte-Reihe für die interne Akademie-Plattform — Schulungen zu KI, Datenschutz, Compliance, alles in der eigenen Markenwelt, mit 3D-Assets aus dem Produktportfolio im Bild und einem Branding, das die Mitarbeiter sofort wiedererkennen. Kein Stockfoto-Flavor, kein generisches „Schulungsvideo-Look” — sondern eigenes Markenuniversum, in dem der Content spielt. Das ist der Punkt, an dem VP für Corporate Learning strukturell Sinn ergibt. Dazu unten mehr.

Greenscreen allein ist gestern. Greenscreen plus Unreal 5 plus Realtime-Tracking ist Virtual Production.

Kurze Klarstellung, weil die Begriffe oft durcheinandergehen: Ja, wir arbeiten mit einer Greenscreen-Hohlkehle. Aber ein klassischer Greenscreen-Dreh und eine Virtual-Production-Session sind am Set zwei verschiedene Welten.

Beim klassischen Greenscreen drehst du erst, dann wartest du. Wochen. Manchmal Monate. Das Compositing — also das Zusammenfügen von Realbild und digitaler Umgebung — passiert in der Post. Was am Set grün ist, ist im Kopf der Postproduktion bereits etwas, was du selbst erst beim Schnitt siehst. Kamera frei bewegen? Nur eingeschränkt — die Perspektive zum späteren Hintergrund muss rechnerisch passen.

Bei Virtual Production läuft das anders. Unser Setup in Siegen:

  • 6 × 5 Meter Greenscreen-Hohlkehle (nahtloser Übergang zwischen Boden und Wand — kein sichtbarer Knick)
  • Unreal Engine 5 als Render-Pipeline, die die virtuelle Umgebung in Echtzeit baut
  • Realtime-Kamera-Tracking — die Kamera weiß, wo sie steht, und die 3D-Welt dreht sich mit
  • 360°-Kamerafahrten möglich, weil die virtuelle Welt in alle Richtungen weiterläuft

Ergebnis am Set: Der Regisseur schaut auf den Monitor und sieht das fertige Bild — Geschäftsführerin im virtuellen Loft, Produkt in der Wunsch-Location, Team vor der Skyline. Nicht in der Post. Jetzt.

Vier harte Konsequenzen, die dir direkt etwas bringen:

  • Die Geschäftsführerin sieht, ob sie im virtuellen Loft oder vor der Skyline richtig steht — und positioniert sich selbst.
  • Das Marketing kann am Set das Logo, das Produkt, die Grafik noch verschieben lassen. Live.
  • Kamerabewegungen sind frei bis zur 360°-Fahrt, nicht auf Schwenks vor einer statischen Wand limitiert.
  • Postproduktion schrumpft von Wochen auf Tage.

Warum Südwestfalen — und nicht Berlin-Mitte

Virtual Production wird im deutschsprachigen Raum bisher fast ausschließlich in den Medienmetropolen angeboten: Berlin, München, Hamburg, Babelsberg. Das ergibt historisch Sinn — die Technologie kommt aus der Filmbranche, und die sitzt eben dort.

Nur: Die Anwendungsfälle haben sich längst verschoben. Wer heute ein Virtual-Production-Studio bucht, dreht keinen Kinofilm. Er dreht einen Erklärfilm, einen Product Launch, eine Keynote, den Jahresbericht. Corporate Communication auf einem Niveau, das vor zehn Jahren Hollywood-exklusiv war.

Und die Unternehmen, die diese Kommunikation brauchen, sitzen zu großen Teilen eben nicht in Berlin-Mitte. Sie sitzen in Kreuztal, in Meinerzhagen, in Attendorn. In Industrieparks, Gewerbegebieten, Firmenzentralen, die irgendwann im Umland gewachsen sind — in Regionen, die wirtschaftlich tragen, aber medial unterversorgt sind.

Was sich für dich konkret ändert, wenn das Studio 40 Minuten statt 3 Stunden entfernt ist:

Anfahrt unter 1 Stunde für einen Großteil der südwestfälischen Industrie. Die Ballungsräume Köln, Ruhrgebiet und Frankfurt sind in 1,5 bis 2 Stunden erreichbar — aber die gesamte Region zwischen Wittgenstein, Sauerland und Bergischem Land liegt vor der Tür.

Briefing, Besichtigung, Abstimmung — vor Ort. Keine Videocalls mit Agenturen, die dich als Projektnummer kennen. Wenn du willst, kommst du morgen vorbei.

Regionales Verständnis. Wir wissen, was „wir sind halt bodenständig” heißt und was es nicht heißt. Wir wissen, warum es einen Unterschied macht, ob ein Produkt im Siegerland oder im Silicon Valley entwickelt wurde. Das ist keine Floskel — das ist die Grundlage für Kommunikation, die nicht aufgesetzt klingt.

Sechs Szenarien, für die Virtual Production gemacht ist

Konkret — was wir in den letzten Monaten besonders oft hören:

Der Maschinenbauer ohne Prototyp

Du willst das neue Produkt vor dem Marktstart zeigen, aber physikalisch existiert es noch nicht — und das CAD-Modell ist zu sperrig für einen realen Bau. Im Studio wird das 3D-CAD zum begehbaren Set. Du zeigst das Bauteil im Einsatzkontext — in der Produktionsanlage, im Offshore-Windpark, in der begehbaren Mikrostruktur — bevor es überhaupt gefertigt ist.

Das Familienunternehmen mit Quartals-Rhythmus

Du machst vier Statements im Jahr, willst aber nicht vier Mal ein Set bauen, vier Mal nach Köln fahren, vier Mal die Geschäftsführung einen Tag blockieren. Einmal gebautes Virtual Set = beliebig oft wiederverwendbar. Geschäftsführung kommt, spricht, fährt zurück. Zwei Stunden.

Die Kommunikationsabteilung mit komplexem Produkt

Du musst einen technischen Prozess erklären, der Animation und echte Menschen gleichzeitig braucht. Bisher: Zickzack zwischen Realfilm und 2D-Explainer. Jetzt: Animation, grafische Elemente und das echte Gegenüber — alles in einer Einstellung, ohne dass der Zuschauer zwischen zwei Videoformaten hin- und herspringt.

HR mit Recruiting-Reihe

Du brauchst zehn Recruiting-Clips pro Jahr — für zehn Abteilungen, zehn unterschiedliche Arbeitswelten. Real an jedem Ort zu drehen = zehn Drehtage, zehn Anfahrten, zehn Locations organisieren. Virtual Production = ein Drehtag, zehn Welten, gleiche Crew, gleiche Lichtstimmung. Wiedererkennbar als Reihe, nicht als Flickenteppich.

Liveproduktion, Talk, hybride Konferenz

Du willst ein Panel, eine Townhall, ein Fachgespräch streamen — nicht aus dem Besprechungsraum, sondern in einer Bildsprache, die deine Marke trägt. Virtual Studio = Live-Setting mit Broadcast-Qualität. Ein Talkformat vor virtueller Skyline, ein virtueller Messestand für die hybride Konferenz, ein Produkt-Launch als Live-Event. Keine Post, weil live.

Corporate Learning mit Marken-DNA

Ein Automotive-Zulieferer aus der Region dreht bei uns aktuell die komplette Lerninhalte-Reihe für die interne Akademie — Schulungen zu KI, Datenschutz, Compliance, Prozess-Themen. Bisherige Alternative in dieser Produktkategorie: generische E-Learning-Videos, PowerPoint-mit-Voice-over, gemietete Studio-Hintergründe, die bei jedem Mitbewerber genauso aussehen.

Bei diesem Kunden läuft das anders: Der Sprecher steht im eigenen Markenuniversum. 3D-Modelle aus dem Produktportfolio fahren durchs Bild. Das Branding ist nicht Logo-Einblendung am Rand, sondern die Welt, in der der Content spielt. Mitarbeiter öffnen die Lernplattform und erkennen sofort: Das hier ist bei uns, nicht ein gekaufter Kurs von irgendwo.

Warum das funktioniert: Die Modul-Serie ist lang (zweistellige Anzahl Kurse, kontinuierlich wachsend). Einmal gebaute virtuelle Umgebung + 3D-Assets = Basis für jedes weitere Modul. Mit jeder neuen Schulung wird die Investition pro Minute Content kleiner, während die visuelle Konsistenz über die gesamte Akademie erhalten bleibt.

Der Hebel: Corporate Learning wird vom trockenen Pflichttermin zum Format, das Mitarbeiter tatsächlich anschauen — weil es nicht nach HR-Video aussieht, sondern nach eigener Marke.

Warum sich das auch ökonomisch dreht

Ein Virtual-Production-Dreh sieht auf den ersten Blick aufwendig aus — die Technik ist teurer als eine Greenscreen-Wand. Die Ökonomie entsteht aber eine Ebene drunter:

  • Setbau entfällt. Ein fünfköpfiges Setbau-Team ersetzt du durch ein bis zwei 3D-Artists, die Welten bauen und nach Belieben anpassen können. Requisitenrechnung: passé.
  • Postproduktion schrumpft. Compositing passiert am Set, nicht danach. Wochenlange Post-Phasen, in denen du auf erste Previews wartest, fallen weg.
  • Wiederverwendbarkeit. Das gebaute Virtual Set liegt nach dem Dreh als Datei vor. Du kannst es in sechs Monaten, in einem Jahr, in drei Jahren wieder öffnen und neu bespielen — ohne bei Null anzufangen.

Konkret: Wenn du eine Serie oder wiederkehrenden Content planst (Recruiting-Reihe, Quartals-Updates, Produktkatalog-Videos), verteilt sich der Set-Aufwand auf alle Folgen. Das ist der Punkt, an dem VP strukturell günstiger wird als klassische Produktion — nicht der einzelne Dreh, sondern die Wiederholung.

Kurz zusammengefasst

  • Greenscreen + Unreal Engine 5 + Realtime-Tracking = Virtual Production. Die Umgebung rendert in Echtzeit, das finale Bild siehst du am Set.
  • Unser Studio steht in Siegen (Löhrtor 2) — unter 1 h Anfahrt für einen Großteil der südwestfälischen Industrie, 1,5–2 h zu Köln, Ruhr und Frankfurt.
  • Kein Setting ist unmöglich — vom Bürostudio über die Mondlandschaft bis ins Innere einer Maschine. 360°-Kamerafahrten inklusive.
  • Postproduktion schrumpft von Wochen auf Tage. Compositing passiert live am Set.
  • Einmal gebautes Set = unbegrenzt wiederverwendbar. Der Punkt, an dem VP ökonomisch stark wird: Serien, Reihen, wiederkehrende Formate.

Zwei Wege, uns auszuprobieren

Wir haben zwei Formate, mit denen du schauen kannst, ob Virtual Production für dich rechnet — ohne direkt einen Produktions-Auftrag zu buchen.

1. Kostenloser Strategie-Call (30 Minuten, virtuell). Du erzählst, was du kommunizieren willst. Wir sagen dir ehrlich, ob Virtual Production der richtige Weg ist — oder ob klassische Produktion für deinen Fall schlauer wäre. Keine Slides, kein Pitch, kein Haken.

2. Studio-Tour in Siegen. Wenn du es live sehen willst: Komm vorbei. Löhrtor 2, Siegen. Kamera an, Umgebung wählen, du stehst im Set. In 20 Minuten weißt du, ob das für dein nächstes Projekt funktioniert.

Manchmal ist der Weg zur nächsten Galaxie eben kürzer als gedacht.

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